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Sibirische Katzen geeignet für Allergiker?

Besonders amerikanische Züchterseiten werben damit, dass Sibirische Katzen keine Katzenhaarallergie auslösen würden. Tests, die in einem amerikanischen, unabhängigen Labor durchgeführt wurden, hätten a n g e b l i c h ergeben, dass Sibirische Katzen im Vergleich mit anderen Katzenrassen nur sehr geringe Mengen des Allergie auslösenden Proteins "Fel D1" in ihrem Speichel haben. Auch auf deutschen Züchterseiten häufen sich in letzter Zeit die Berichte über problemloses Zusammenleben von Allergikern mit Sibirischen Katzen - parallel zur Verschlechterung des Absatzmarktes für Rassekatzen.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Was ist dran an dieser Geschichte?

Ich sage mal ganz knapp: Gar nichts!!!

Warum?
Einfach, weil auch Sibirische Katzen ganz normale Katzen sind, noch dazu solche, deren unverzüchtete Rassegründer gemeinsam mit ganz normalen kurzhaarigen Hauskatzen, ein riesiges Gebiet (1/6 der Erde!) bevölkern. Was also sollte an diesen Katzen anders sein als an allen anderen?


Der so oft zitierte "Test"

Dieser so oft zitierte Test (keine wissenschaftliche Studie, wie meist behauptet) wurde tatsächlich im September 2000 durchgeführt von Indoor Biotechnologies, 1216 Harris St, Charlottesville, VA 22903 in Virgina im Auftrage eines Katzenliebhabers, welcher die Proben selbst genommen und eingesandt hatte.

Getestet wurden genau 4 Katzen mit folgendem Ergebnis:

Probe Rasse Fel d 1 (µg/g)
1 1 Kastrat (Kater), Rassemix 62813
2 1 Kastrat (Kater), Sibirische Katze 2001
3 1 Kastrat (weibl.), Abessinier 385
4 1 Kastrat (weibl.), Sibirische Katze 206



Indoor Biotechnologies zeigt sich erstaunt darüber, dass Züchter Sibirischer Katzen dieses Testergebnis als BEWEIS anführen, dass Sibirische Katzen weniger allergen seien, als andere Katzen. Und kommentiert den Test und dessen Darstellung auf Züchterseiten so:

  • First, the Fel d 1 results are in micrograms per gram sample (µg/g, not mg/g, as posted on various websites). The results have been interpreted to indicate that the Siberian and Abyssinian cats have considerably less allergen than mixed breed house cats, and that females have less Fel d1 than males.

  • This web posting is creating lots of interest, though INDOOR Biotechnologies did not carry out research on the samples and was not responsible for collecting the samples or validating the results. The company would not provide recommendations on pet ownership based on the results provided under these circumstances. The results do not provide convincing scientific data that Siberian cats are "hypoallergenic" and it is unfortunate that they have been widely disseminated on the web and used by breeders of Siberian cats to promote the breed.

  • The levels of allergen found in the Siberian samples (200 - 2000µg/g) are high and indicate that these cats produce significant amounts of allergen. Part of the confusion is created by the fact that the results of the mixed breed cat are exceptionally high, for reasons that are unclear and were not investigated at the time. The samples used for analysis were disposed of and cannot be re-tested. We do know from previous published studies that Fel d 1 is conserved in big cat species (lions, tigers, leopards etc) so it seems unlikely that the gene is lacking in strains of domestic cats.

Frei übersetzt also:

Zuerst stellen sie fest, dass die Ergbnisse in Microgramm pro Gramm gemessen sind und nicht wie fälschlich auf vielen Homepages gepostet in Milligram pro Gramm. Weiterhin stellen sie fest, dass diese Testergebnisse (Anm.: von Züchtern) dahingehend interpretiert würden, sie würden ausweisen dass Sibirische Katzen und Abessinier (Anm.: die lassen die Sibirierzüchter geflissentlich weg) wären deutlich weniger allergen als gemischtrassige Hauskatzen und Kätzinnen hätten deutlich weniger Fel d1 als Kater.

Diese Webpostings schaffen viel Interesse. Doch INDOR Biotechnologies hat an den Proben nicht geforscht und ist nicht für die Sammlung der Proben und die Validierung der Ergebnisse verantwortlich. Das Unternehmen gibt auf dieser Grundlage keine Empfehlung für die Heimtierhaltung.
Die Ergebnisse bieten keine überzeugenden wissenschaftlichen Daten, dass die Sibirischen Katzen "hypoallergen " sind, und es ist bedauerlich, dass sie (die Ergebnisse des Einzeltests) im Web immer weiter verbreitet und von den Züchtern der Sibirischen Katze dazu verwendet werden, um die Rasse zu promoten.

Die Level von Allergenen, die bei den Sibirischen Katzen gefunden wurden (200 - bis 2000 µg / g), sind hoch und zeigen, dass diese Katzen erhebliche Mengen an Allergen produzieren. Ein Teil der Verwirrung resultiert aus der Tatsache , dass die Ergebnisse der Mix-Hauskatze außergewöhnlich hoch sind , aus Gründen, die unklar sind und zu der Zeit nicht weiter untersucht wurden.
Die für die Analyse verwendeten Proben wurden entsorgt und können nicht erneut getestet werden.
Wir wissen aber aus früheren Studien, die veröffentlicht wurden, dass Fel d 1 selbst Großkatzen (Löwen , Tiger, Leoparden etc. ) aufweisen. Daher scheint es unwahrscheinlich, dass dieser Eiweißbaustein in Stämmen von Hauskatzen fehlen könnte.

(Quelle: http://www.siestadream.com/aler.htm)

Auf der sehr ausführlichen Webseite von Indoor Biotechnologies gibt es viele Tipps für Tierhaarallergiker, aber keinen Hinweis auf weniger allergene Rassen.

www.http://inbio.com

Wir können also festhalten, dass dieser oft zitierte Test sowohl von der Art her (keine wissenschaftliche Studie), als auch vom Umfang und den Ergebnissen her keine Rückschlüsse auf besondere hypoallergene Eigenschaften der Sibirischen Katze zuläßt. Diesen "Beweis" können Sie also schon mal abhaken.

Im Jahre 2009 haben besonders Züchter in den USA viele ihrer Sibirischen Katzen testen lassen. Inzwischen sind die Versprechungen wesentlich kleinlauter geworden:

  • So weiß man inzwischen, dass bei Menschen, die auch auf andere Tiere, wie Hunde, Pferd, Kaninchen allergisch sind, Fel D 1  keine Rolle spielt oder zumindet nicht allein. Diese Menschen (etwa 20% der Katzenallergiker) reagieren also auf JEDE Katze, egal welcher Rasse und eben auch auf andere Tiere...

  • Man weiß, dass ALLE Katzen Fel D 1 produzieren und dieses Fel D 1 bei allen die selbe chemische Struktur hat.

  • Man weiß, dass Katzen unter 12 Wochen kaum Allergien auslösen, weil sie noch kaum Allergene im Speichel haben; das dicke Ende kommt später

  • Man weiß, dass bei ALLEN Katzen die Streubreite, wieviel Allergene im Speichel sind, sehr groß ist

  • Man weiß, dass auch beim Einzeltier dieser Allergenlevel starken Schwankungen unterliegt

  • Man will festgestellt haben, dass im Schnitt ca. 50% der Sibirischen Katzen einen niedrigeren Fel D 1-Level haben, als "normale Straßenkatzen". (Also nur die Hälfte aller Sib. Katzen!)

An dieser Stelle stellt sich natürlich die Frage, welche und wie viele andere Katzen eigentlich zu Vergleichszwecken getestet wurden. Von den Sibirierzüchtern vermutlich gar keine. Auch andere Halter normaler Katzen düften solche Tests kaum in Auftrag geben, da es schließlich eine bekannte Tatsache ist, dass Katzen eben Allergien auslösen. Die lassen eher sich selbst testen. Und wenn doch, waren es wirklich Straßenkatzen? Die sind in der Regel kurzhaarig. Viele Allergiker reagieren generell auf Langhaarkatzen weniger stark, vielleicht, weil sich die Allergene in der Haarfülle weniger konzentrieren. Bei Hunde ist sogar bereits wissenschaftlich erwiesen, dass kurzhaarige Hunde deutlich mehr Allergene im Fell haben, als langhaarige.

Hinzu kommt, dass Langhaarkatzen regelmäßig gepflegt und oft auch gebadet werden, gerade auch in den USA. Das kann man von Kurzhaarkatzen und erst recht von Straßenkatzen natürlich nicht behaupten. Fellpflege reduziert natürlich die Allergenmenge im Fell.

  • Und man weiß, das es weniger als 15% der Sibirischen Katzen sind, die so wenig Fel D 1 im Fell haben, dass sie sich für Allergiker eignen (wohlgemerkt für Leute mit ausschließlich Katzenallergie und keinem allergischen Asthma!)

Wer weiß, vielleicht wurden ja diese Katzen vor dem Test gebadet?

Kurz gesagt, auch diese Testreihe hält wissenschaftlichen Standards (z.B. gleiche Haltungsbedingungen für die Probanden) nicht stand. Wer ausschließlich auf Katzen allergisch reagiert, besonders auf kurzhaarige, ungepflegte Straßenkatzen, hat eine 15% tige Chance einen erwachsenen Sibirier zu finden, mit dem er zusammenleben kann.

Die Tests wurden übrigens von den Züchtern ebenfalls bei Indoor Biotechnologies/Virginia in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse müssen das Labor selbst nicht sonderlich überzeugt haben. Auf der sehr ausführlichen Webseite von Indoor Biotechnologies gibt es viele Tipps für Tierhaarallergiker, aber nach wie vor keinen Hinweis auf weniger allergene Rassen.

Trotzdem gibt es diese Fälle, in denen es zwischen Allergiker und Sibirier (aber auch mit Katzen anderer Rassen!) klappt. Wie kann das sein?

Warum es manchmal trotzdem klappt

Dafür gibt es eine ganze Reihe von Gründen, aber keiner davon heißt: Weil Sibirische Katzen hypoallergen sind.

Als für die weiter unten erwähnte Studie zur Entwicklung einer neuen Desensibilisierungstheraphie Katzenallergiker gesucht wurden, stellte sich heraus, dass 50% (!) der "Katzenallergiker", die sich für die Studie als Probanden gemeldet hatten, gar keine Katzenallergie hatten.
Daraus kann man natürlich schon mal rein statistisch gesehen, eine Erfolgsquote von 50% mit den angeblich hypoallergenen Sibiriern ableiten. Solche eingebildeten Allergiker reagieren natürlich nicht, wenn sie glauben: "Diese Katze löst keine Allergien aus."

Lebewesen, egal ob Pflanzen oder Tiere, sind nicht genormt. Z.B. ist der arzneimittelwirksame Gehalt an bestimmten Substanzen in einer Pflanzenart unterschiedlich hoch. Das ist abhängig vom geografischen Standort (Boden, Klima), aktuellen Temperaturen und Niederschlägen, Vegetationsstadium und anderen, nicht messbaren Faktoren. Dies ist der Grund, warum Arzneimittel allenfalls aus Pflanzen extrahiert werden, nicht aber die ganze Pflanze bevorzugt wird. In der DDR kam es nicht selten vor, dass die FREUNDE (russische Soldaten) sich mit Fliegenpilzen vergifteten. In ihrer Heimat ist in vielen Gegenden der Giftgehalt dieser Pilzart so niedrig, dass sie gegessen werden können.

Bei Tieren ist das nicht anders. Jedes ist ein Individuum. Prinzipiell können, wenn eine Allergie besteht, alle Teile des Tieres allergische Reaktionen auslösen, bis hin zum Fleisch und zur Milch, aber auch dem Kot und Urin. Offensichtlich ist der Speichel nicht das einzige Allergen. Sonst würden nicht Haare von Tieren, die sich gar nicht belecken, wie Pferde, auch allergische Reaktionen auslösen. Französische Forschungen haben ergeben, dass die Konzentration der Allergene im Talgdrüsensekret erheblich größer ist, als im Speichel der Tiere. Jedenfalls ist die Allergenkonzentration individuell von Tier zu Tier unterschiedlich und auch abhängig vom Alter, Geschlecht, aktuellem Hormonstatus und Gesundheitszustand des Tieres.

Das bedeutet in der Konsequenz:
wenn Sie auf eine bestimmte Katze nicht reagieren, dies auf keinen Fall heißt, dass sie auf alle Katzen dieser Rasse nicht reagieren. Ja,schlimmer noch, es sogar sein kann, dass sie ein bestimmtes Kätzchen vertragen, sich allergischen Reaktionen aber erst einstellen, wenn es geschlechtsreif wird, - oder nach der Kastration, -oder wenn es alt wird, -oder wenn Sie mit ihm in eine andere Wohnung ziehen. Jede einzelne Katze ist in ihrem allergenen Potential individuell und dazu leider auch noch veränderlich.

Gibt es denn gar keine weniger allergen wirkenden Rassen?

Die Antwort heißt JEIN.

Merkwürdigerweise scheinen Tiere mit gelockten Haaren weniger allergen zu wirken. Jedenfalls ist dies bei Hunden und Pferden so. Wissenschaftliche Erklärungen dafür gibt es bisher nicht. Aber Erfahrungswerte gehen in diese Richtung. Jedenfalls ist es Barak Obamas Familie tatsächlich möglich, mit einem Labradoodle zusammenzuleben, obwohl eine der Töchter eine Tierhaarallergie hat. Auch von gelockten Pferden und Katzen wird Ähnliches berichtet.

Streicheltests mit schweren Allergikern bei uns fielen unterschiedlich aus. Die Palette reichte von den üblichen allergischen Reaktionen bis zu völliger Reaktionslosigkeit. Im letzen Fall ließ die betroffene Dame dann mit den Haaren einer unserer Katzen an sich einen Allergietest machen. Obwohl sie selbst nichts gespürt hatte, fiel der medizinische Test leider doch positiv aus. Auf meinen Rat hin, machte Sie dann einen Test mit Rex-Katzen. Dieser Test war negativ, so dass die Familie heute glücklich mit einer Cornish Rex zusammenlebt.

Allerdings scheint auch das ein Zufallstreffer zu sein, wie er sich in jeder Katzenrasse finden kann.

Eine aktuelle Studie zur Frage "Gibt es Katzenrassen, die weniger Allergien auslösen?" gibt es aber doch, und zwar von
Prof. Dr. rer. pharm. Jeroen Buters, Toxikologe am Zentrum Allergie & Umwelt (ZAUM), Technische Universität & Helmholtz Zentrum München

>>Gespäch zu seiner Katzenallergiestudie >>

Leider ist die Überschrift:
"Allergenfreie Katzen für Katzenallergiker? Und es gibt sie doch!"
irreführend.

  • Im Gegenteil hat diese Studie eben KEINE Rasseunterschiede ergeben.
    Die Feld1 Level der getesteten Rexkatzen unterschieden sich NICHT von denen der Hauskatzen.

  • Allerdings hat auch seine Studie gezeigt, dass der Level der Allergene individuell und rasseunabhängig sehr verschieden hoch sein kann.

  • Außerdem hat die Studie tatsächlich gezeigt, dass auf die gesamte Kohorte der getesteten Katzen bezogen, der Durchschnittswert des FEL D1 bei weiblichen Katzen niedriger lag als bei den männlichen.

  • Aufgrund der großen individuellen Unterschiede haben trotzdem manche Kätzinnen ein höheres Level als manche Kater

  • Bei Kätzinnen hatte die Kastration keinen Einfluß auf die Höhe des Level.

  • Bei den Katern dagegen senkte die Kastration den Level um 50%.

  • Die Studie hat auch zu Tage gebracht, dass im Speichel die Feld1- Konzentration recht niedrig ist, dagegen an der Haarbasis im Talg sehr hoch (Wer Speicheltests machen läßt, hat also schön niedrige Level - auf dem Papier), und auch sehr unterschiedlich hohe an verschiedenen Körperteilen.

  • Nur eine Probeentnahme bei allen Katzen an der selben Körperstelle (im Nacken) gewährleistet überhaupt eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse von verschiedenen katzen.

  • laut Prof. Buters bleibt noch zu klären, ob die Höhe des FEL D1 Levels auf der Haut auch Einfluss auf die Raumluft hat und damit auf die allergene Wirkung auf den dort mit der Katze lebenden Allergiker.

weitere Infos zu dieser Studie:

Der Toxikologe Prof.  Dr.  Jeroen Buters vom Zentrum Allergie & Umwelt (ZAUM) der Technischen Universität München und des Helmholtz Zentrum München hat eine Studie zu hypoallergenen Katzen, also Katzen die weniger Allergene produzieren, durchgeführt. Dabei konnte eine bisherige Annahme bestätigt werden, dass die Haare der Männchen einen höheren Allergenanteil haben als von Weibchen. Wird ein Kater kastriert, dann nimmt der Fel d1-Gehalt im Fell um etwa 50 Prozent ab. Bei Weibchen hingegen hat die Kastration keinen Einfluss auf die Allergenfreisetzung.

Jedoch konnte noch kein Unterschied in der Ausschüttung des Allergens Fel d1 zwischen den Katzenrassen bestätigt werden. Vermutet wurde dies bisher für die Rassen Balinese, Devon Rex, Cornish Rex, Sibirische Langhaarkatze und Sphynx. Dafür gibt es von Katze zu Katze, völlig unabhängig von der Rasse, große Unterschiede im Allergengehalt. Bei der Europäisch Kurzhaar kann die Allergenfreisetzung von einem Tier zum nächsten um das 100fache größer sein!

Es gibt also durchaus Katzen, die besser für Allergiker geeignet sind – die Rasse dürfte nach momentanem Wissensstand jedoch kaum eine Rolle spielen. Zumindest bei der Verteilung der Allergene kann aber mit Ausschlag gebend sein, wie stark eine Katze haart. Vor der Anschaffung sollten Sie unbedingt, sofern Sie von einer Allergie betroffen sind, direkt bei der entsprechenden Katze austesten, ob der Allergengehalt niedrig genug für Sie ist. Streicheln Sie die Samtpfote und verbringen Sie etwas Zeit mit ihr. Wenn Sie keine allergische Reaktion bemerken, könnten Sie Glück und die richtige Katze für sich gefunden haben.

Quelle: http://www.animals-digital.de

 

Langhaarkatzen ganz generell scheinen zumindest etwas weniger allergen zu wirken, als Kurzhaarkatzen. Möglich, dass ihre Haut durch das Fell weniger stark schuppt oder sich der Speichel beim Putzen einfach auf eine größere Fläche verteilt. Jedenfalls gibt es viele Berichte, wonach Leute mit normalen Hauskatzen oder Kurzhaarrassen nicht zusammenleben können, mit Vertretern der Langhaarfraktion, unabhängig von der Rasse, aber schon. Auch eine unserer Katzen lebt problemlos mit einem Pärchen zusammen, dass die Abessinierkatze des Mannes abgeben musste, weil sie dieses Tier partout nicht vertrug.

Ein Ehepaar, der Mann mit Katzenallergie lebt seit Jahren reaktionslos mit drei Katzen aus unserer Zucht zusammen. Verraten hat er aber erst nach dem zweiten Kauf, dass er eigentlich Allergiker ist.

Solche Einzelerfahrungen sind aber kein Freibrief für Experimente mit der eigenen Gesundheit und dem Schiksal eines unschuldigen Tieres!

Mein Neffe, der hochallergisch auf alle Tierhaare ist und seine Allergikerkarriere schon in frühem Kindesalter mit Neurodermitis einleitete, hält es in meinem Wohnzimmer keine Stunde aus. Allerdings haben wir auch noch Hunde und Pferde.

Wer wirklich Allergiker ist, wird sich sicher ganz allgemein zu dem Thema schon belesen haben und wissen, dass es einen sogenannten Etagenwechsel bei Allergien gibt. Das heißt, dass bei zwei Drittel der Allergiker aus Fließschnupfen und Augenbrennen früher oder später ein allergisches Asthma wird. Auch mit anaphylaktischem Schock muss gerechnet werden !

Er wird auch wissen, dass vor der Reaktion die Sensibilisierungsphase liegt. Das heißt, es ist sinnlos, sich Haare schicken zu lassen und damit einen Test machen zu lassen, wenn Sie nicht zuvor mehrmals intensiven Kontakt mit dem betreffenden Tier hatten.

Es versteht sich auch von selbst, dass Allergiker mit schwerem allergischen Asthma nicht mit Experimenten ihr Leben gefährden sollten. So ein Anfall kann durchaus tödlich sein.

Interessant ist vielleicht auch noch die Tatsache, dass Allergien manchmal auch wieder verschwinden. So wächst sich die auf Nahrungsmittelallergie (bestimmte Eiweiße) beruhende kindliche Neurodermitis meist mit dem Eintritt ins Schulalter aus. Dies ist vielleicht weniger eine Folge der körperlichen Reifung, als Ergebnis des konsequenten Meideverhaltens über Jahre. Das Immunsystem hat einfach vergessen, dass da mal was war. Auch Menschen, deren Katze in der Kindheit weggegeben wurde, weil sie allergisch auf sie waren und dann über viele Jahre jeden Kontakt mieden, stellen manchmal im Erwachsenenalter fest, dass die Katze der Freundin ihnen plötzlich gar nichts mehr ausmacht.

Anders herum gibt es auch Leute, die mit konsequentem Haltungsmanagement ihre Reaktion auf die eigene Katze niedrig halten können und sogar im Laufe der Zeit immer weniger Reaktionen zeigen. Zu diesem Gewöhnungseffekt trägt auch die Tatsache bei, dass Katzenkinder noch viel weniger Allergene haben und der Level erst allmählich ansteigt. Die Allergiker macht also gewissermaßen eine Desensibilisierungstheraphie. 

Mein Tierarzt berichtete mir von seiner Frau: Als sich die Beiden kennen lernten, reagierte seine Frau heftig allergisch auf Katzen. Auch ein medizinischer Allergietest bescheinigte ihr eine Katzenallergie. Heute, nach Jahren des Zusammenlebens mit ihm, dem Tierarzt, ist die Allergie verschwunden. Seine Frau hat sich quasi an den von ihrem Mann in die Wohnung geschleppten Allergenen desensibilisiert. Praxis und Wohnung liegen unter einem Dach, so dass das ganze Haus belastet ist.
Heute hält die Familie sogar selbst eine Katze in der Wohnung - und es ist keine Sibirische, sondern ein Balinese.

 - Aber wie schon gesagt: Für Astmatiker verbieten sich solche Experimente.

Auf der Seite von Indoor-Biotechnologies steht, dass viele Katzenhalter berichten, nur auf fremde Katzen, nicht aber auf ihre eigene zu reagieren, aber auch, dass es bisher keine wissenschaftliche Grundlage gibt, nach der dies erklärbar wäre.

Oftmals haben die Erfolge auch etwas damit zu tun, dass möglicherweise eigentlich ein Hausstaubmilbenallergie das größere, aber bisher nicht ausgetestete Problem ist. Die Haltung von Tieren vergrößert das Aufkommen an Hausstaubmilben, weil Haare, Haut- und Talgpartikel ein guter Nährboden sind. Gestaltet der Allergiker wegen dem einziehenden Tier jetzt seine Wohnung um (Fliesen statt Teppiche, keine Gardienen, Tischdeckchen, Sofakissen, Kunstleder- statt textilbespannte Polstermöbel, tägliches Wischen, Dampfreiniger), dann geht es ihm viel besser.

Es gibt noch einen weiteren Punkt, der vielleicht gelegentlich dazu beiträgt, dass es mit einer Sibirischen Katze klappt; einen Umstand, der nichts mit der Katzenrasse, aber viel mit dem Kopf des Allergikers zu tun hat:

Allergien des Typs 1, zu dem auch Tierhaarallergien gehören, haben eine psychosomatische Komponente. Das zeigt sich z.B. darin, dass manche Allergiker überhaupt nicht reagieren, wenn sie nicht mit dem Allergen rechnen, sie nicht wissen, dass sich an diesem Ort ein Tier aufgehalten hat. Anders herum führt das zu solchen Überspitzungen, dass jemand allein deswegen schon Reaktionen verspürt, weil er w e i ß, dass sein Nachbar ein Tier hat. Das führt oft zu bösem Nachbarschaftsstreit bis hin zu gerichtlichen Auseinandersetzungen, obwohl doch der Nachbar seinen Hund schon in geschlossener Tasche durchs Treppenhaus trägt. Allerdings reichen kaum meßbare Allergenkonzentrationen bereits aus, um bei manchen Leuten Reaktionen auszulösen.

Möglich aber auch, dass schon die positive Erwartungshaltung: "Auf diese Katze werde ich nicht allergisch reagieren", das Immunsystem besänftigt. Eine Art Placebo-Effekt also.

Allerdings bietet diese psychosomatische Komponente von Allergien auch einen wirksamen Therapieansatz. Gerade kürzlich wurde im Fernsehen eine Hypnosetherapie vorgestellt. Die junge Frau litt seit vielen Jahren unter Heuschnupfen und konnte nach der Hypnosetherapie auf ihre komplette Allergie-Apotheke verzichten.

Im Fernsehen gab es einen Bericht über die Universitätsklinik Dresden, wo Allergien recht erfolgreich mit Akkupunktur behandelt werden.

Selbst fragwürdige Therapieansätze, ich sag jetzt mal einfach Woodoozauber & Co., zeitigen über diese Schiene oft Erfolge, die wissenschaftlich nicht begründbar sind.


Heute gibt es jedoch verschiedene Möglichkeiten, Allergien beizukommen:

  • Desensibilisierungstherapien (Hyposensibilisierung
  • Haltungsform (Garten und geflieste Räume), Pflege der Katze durch einen Dritten verringert die Allergenbelastung
  • Einnahme von Medikamenten z.B. Intal (Meist keine Dauerlösung !!)
  • verschiedene alternative Therapien z.B.
    -Laserakupunktur oder
    -Bioresonanztherapie (WOODOO)
    -beides Weiterentwicklungen der klassischen Akupunktur,
    -Homöopathie
    -Akupunktur
    -Hypnose

Hoffnung für Katzenhaarallergiker - Durchbruch in der Theraphie

Eine sehr erfolgversprechende Hyposensibilisierungstheraphie gegen Fel D 1 wird in Kürze auf den Markt kommen. Ein neues Verfahren zur Herstellung von Impfstoffen gegen Allergien namens ToleroMune® technology, welches von der britischen Firma CIRCASSIA >> entwickelt wurde, wird derzeit europaweit und in den USA in klinischen Studien erprobt. Die Studien sind bereits in der finalen Phase und die Ergebnisse sind sehr überzeugend. Die Studie namens CATALYST (an abbreviation of Cat Allergy Study) befindet sich in der III. und letzten Testphase.
Dauerte eine Hyposensibilisierung herkömmlicher Art bisher 3 Jahre (mit rund 80 Spritzen), so sind mit dem neuen Impfstoff namens Cat-SPIRE nur 3 Spritzen in 3 Monaten nötig.

Mehr Infos dazu finden Sie auf dieser Allergiker-Webseite >>

Auf der Homepage des Herstellers >>
Hersteller /Studienphase >>
Infos zur 3. Testphase >>

in einem Focus- Artikel >>

Studie, publiziert am 16.April 2015 >>

Das Neueste zum Stand der Studie >>

Eine andere Art Impfung wird zur Zeit in einer klinischen Studie mit Kleinkindern an der
Charité in Berlin>> getestet. Ansatzpunkt ist die Hypothese, dass durch Vernhalten von Schmutz und Bakterien in der modernen westlichen Welt das kindliche Imunsystem nicht ausreichend stimmuliert und gerichtet wird.Dies wird gestützt durch die Beobachtung, dass Bauernkinder wesentlich seltener Allergien entwickeln. Den Kindern wird also durch Schluckimpfung über einen längeren Zeitraum ein Bakterienkocktail verabreicht. Die bisherigen Ergebnisse sind vielversprechend.

Stellt sich für mich die Frage, ob es da nich einfacher wäre, seine Kinder öfter mal im Dreck spielen zu lassen ohne ständig mit dem Waschlappen hinter ihnen her zu sein.

Die Ursache für die Zunahme von Allergien wird in der Wissenschft kontrovers diskutiert. Vermutungen sind:

  • Der heute oft übertriebene Einsatz von desinfektionshaltigen Haushaltsreinigern
    Das Abwehrsystem des Menschen wird quasi arbeitslos und sucht sich Ersatzfeinde, weil es einfach auf zu wenig Bakterien und Viren trifft. Wenn Sie Kinder haben und sich Haustiere wünschen, sollten sie sich also besser auf Wasser und Kernseife rückbesinnen, als im Haushalt ständig die chemische Keule zu schwingen. Gestatten Sie Ihren Kleinkindern auch mal, sich draußen schmutzig zu machen. Das stärkt auch ganz allgemein Ihre Abwehrkräfte und mindert die Gefahr der Entgleisung des Immunsystems. Dieser Anatz könnte auch Teil der Erklärung sein, warum auch bei unseren in sauberer Umgebung aufgewachsenen und gehaltenen Haustiere selbst Allergien immer mehr zunehmen.
  • Der Rückgang von Infektionskrankheiten
    Auch hie sucht sich das quasi arbeitslose und ungeschulte Immunsystem einen Ersatzfeind. Fiber in der Kindheit ist offensichtlich notwendig, um das Immunsystem anzuschieben. Es gibt Studien, die ergaben, dass Menschen, die in ihrer Kindheit schwere fiberhafte Erkrankungen hatten, im späteren Leben deutlich seltener an Krebs erkranken, als fiberfrei großgewordene. Auch etwas, was durchaus auch unsere Haustiere betrifft.
  • Der kaum noch vorhandene Parasitenbefall (insbesondere Würmer) bei Mensch und Tier.
    Auch hierzu gibt es Studien (in Vietnam), welche ergaben, dass verwurmte Kinder kaum Allergien entwickeln.
  • Was die Tiere angeht, der fehlende Kontakt schon der schwangeren Mütter, aber auch der Kleinkinder zu Tieren.
    Es ist erwiesen, dass Kinder, die ununterbrochen Kontakt zu Haustieren haben, fast nie Tierhaarallergien entwickeln. Wünschen Sie sich also Kinder UND TIere und möchten Sie, dass ihre Kinder ohne Allergie groß werden, so schaffen Sie sich erst die Tiere und dann die Kinder an. Oft wird es leider umgekehrt gemach: Weil ein Kind erwartet wird, muss die Katze aus dem Haus. Aber sich dan später wundern....
  • Die Tatsache, dass viele Kinder nicht mehr, oder nur kurzzeitig gestillt werden. Unter diesem Aspekt sollten sich auch Katzenzüchter mal überlegen, ob es wirklich Sinn macht, bei normalen, aber vielleicht etwas großen Würfen mit der Flasche zuzufüttern und schon in 3 Wochen alte Katzenkinder Breichen reinzuzwängen. Die Kleinen merken, dass das leichter ist, als sich an der Zitze abzuquälen, sie trinken weniger an der Mutter, die Milch geht zurück, die Mama ist auch nicht dumm und gibt die Verantwortung gerne ab...
  • Impfgegner behaupten, Impfungen wären schuld an der Zunahme von Allergien. Das trifft nur insofern zu, als die von schweren Fiberschüben begleiteten Infektionskrankheiten wegfallen (siehe Punkt 1). Aber mal ehrlich: lieber ein allergisches Kind als ein totes.
    Ansonsten wird diese Theorie schon allein dadurch widerlegt, dass in der DDR die Impfquote bei 100% lag (Impfpflicht!), Allergien aber wesentlich seltener auftraten, als heute in den neuen Bundesländern.

Zusammenfassend kann man sagen:
Offensichtlich braucht das Immunsystem Anschubreize, um nicht zu entgleisen. Die Indianer tauchten ihre Neugeborenen in Eiswasser, um sie stark zu machen.

 

Sollten Sie als Allergiker trotz allem einen Versuch mit einer Sibirischen Katze wagen?

Ich werde mich hüten, irgend jemandem zuzuraten. Eigentlich kann man trotz mancher Erfolgsmeldung (das kann genauso gut mit einer Katze einer anderen Rasse klappen) nur abraten. Sollte ihr Katzenwunsch übermächtig sein, empfehle ich folgendes Vorgehen:

  • 1. Voraussetzung ist, dass Sie ausschließlich auf Katzen, nicht aber auf andere Tiere reagieren, wenn doch, vergessen Sie den Katzenwunsch.
  • 2. Voraussetzung ist, dass Sie zum Testzeitpunkt keine Medikamente gegen Allergien (z.B. gegen Heuschnupfen!) einnehmen und erst recht nicht unter Cortison stehen. Nichts darf ihre Immunantwort verfälschen.
  • Vergessen Sie als erstes den Wunsch nach einem Katzenkind (zur Erinnerung: der Fel D 1-Level steigt erst nach der 12. Lebenswoche)
    Suchen Sie also nach einer erwachsenen, bereits kastrierten Katze
  • Besuchen Sie die Katze zum Streicheltest. Falls der Besitzer /Züchter noch weitere Katzen im Haushalt hat, sollte der Streicheltest möglichst in einem Raum außerhalb der von allen Katzen "verseuchten" Wohnung stattfinden, z.B. in der Küche oder auf der Terrasse. Eine Wohnungsbesichtigung, um einen Eindruck vom Umfeld ihrer Katze zu bekommen, können Sie sich immer noch am Ende des zweiten Besuches verschaffen. In diesem ganz speziellen Fall muß man einmal ausnahmsweise von dem sonst üblichen Grundsatz, die ganze Katzengesellschaft in ihrem normalen Umfeld zu inspizieren, absehen.
    Bitte sehen Sie von reinen Streicheltests beim nächstwohnenden Züchter ab. Das bringt Ihnen nicht wirklich etwas, denn jeder Haushalt ist anders und jedes Tier auch. Zum Anderen ist es für Züchter eine Zumutung, seine knappe Freizeit irgend welchen wildfremden Leuten "blos mal so" zur Verfügung stellen zu sollen.
  • Wenn Sie jetzt noch nichts merken, erbitten Sie eine Haarprobe für einen ärztlichen Allergietest, den selbstverständlich SIE bezahlen.
  • Sie können zusätzlich mit einem Teil der Haare auch selbst einen Pflastertest machen. Kleben Sie die Haare auf ein Heftpflaster und dann auf die Inneseite ihres Unterarmes und tragen es eine Woche. Starke Rötungen sind ein Zeichen für eine allergische Reaktion (Hat natürlich nur Sinn, wenn Sie nicht zusätzlich eine Latexallergie haben)
  • Zeigt der Test eine starke Reaktion, ist die Reise hier zuende. Gab es keine, oder nur eine geringe Reaktion, so machen Sie einen zweiten Besuch beim Züchter. Verhalten Sie sich wie beim ersten Besuch. Merken Sie auch jetzt (nach ca. 2 Stunden) nichts, so können Sie einen Kauf in Erwägung ziehen.
  • Machen Sie mit dem Züchter einen Vertrag, in dem geregelt ist, was mit der Katze passiert, wenn sich später doch allergische Reaktionen zeigen. Der Züchter sollte bereit sein, das Tier wieder in seine Obhut zu nehmen. Erwarten Sie aber nicht, dass er auch das finanzielle Risiko für Ihre Experimente trägt.
  • Gestalten Sie noch vor Einzug ihrer Katze ihre Wohnung um (Textilien raus, ganz besonders solche aus Naturhaar wie Schafwolle, Kashmir, Angora. Am besten allenfalls Mikro-Kunstfaser).

 

Nutzen Sie unbedingt die neue Hyposensibilsierungstherapie mit Cat- SPIRE nach der ToleroMune® technology, sobald sie am Markt ist.

Auch nach einer Hyposensibilisierungstherapie sollten Sie folgendes Katzenhaltungs-Management einhalten:

Wenn die Katze da ist:

  • Halten Sie ihr Schlafzimmer katzenfrei
  • Reinigen Sie täglich feucht und mit dem Dampfreiniger
  • Entfernen Sie alle Tapeten und ersetzen sie durch am besten abwaschbare Wandfarben oder Paneele
  • Waschen Sie sich nach jedem Katzenkontakt (man kann auch Feuchttücher/Babypflegetücher im Haus auslegen)
  • Mit diesen Tüchen täglich über das Katzenfell gehen
  • dauerndes Katze baden ist kontraproduktiv. Das regt die Fett- und Talgproduktion nur an und lecken wird sich die Katze erst recht.
  • Pflegen sollte die Katze jemand anders, aber nicht in den Wohnräumen. Besser im Freien, auf dem Balkon, notfalls im Bad
  • Schaffen Sie einen gesicherten Auslau für die Katze, damit sie nicht ständig in der Wohnung ist. Ein gesicherter Balkon ist auch eine Möglichkeit. Das kommt auch Katzes Gesundheit und psychischem Wohlbefinden zugute.
  • Wenn es irgend möglich ist, richten Sie ihr ein eigenes Katzenzimmer ein, in dem sie nachts schläft und sich am Tage zurückziehen kann (Katzenklappe tags auf, nachts zu)
  • Kratzbäume, besonders im Wohnbereich, sollten mit Polypropylen statt Sisal bespannte Säulen, natürlich ohne Plüschabschnitte haben. Alle Liegeebenen sollen mit leicht zu wechselnden, leicht waschbaren Bezügen ausgestattet sein. Der Kratzbaum hat nur hölzerne, keine plüschbespannten Höhlen.
  • möglichst wenig Heimtextilen
  • Decken wöchentlich waschen
  • Dampfreiniger benutzen
  • Spezielle Allergiker-Staubsauger (mit HEPA-Filter) benutzen
  • Ganz wichtig: Mehrmals täglich mit Durchzug lüften. Die meisten Allergene sind in der Raumluft
  • Halten Sie sich selbst so viel wie möglich und täglich im Freien auf

Wenn Sie Glück haben, kann es so klappen. Sie desensibilisieren sich ganz langsam selbst. Sie können diesen Prozess unterstützen, indem Sie, evtl. sogar schon vor dem Einzug ihrer Katze sich vom Arzt gezielt auf die Allergene ihrer Katze desensibilisieren lassen (falls der erste Haartest leichte Reaktionen gezeigt hatte)

Und jetzt die Kardinalfrage:
Bekommen Sie bei mir eine Katze, wenn Sie oder ein Mitglied ihrer Familie eine Katzenhaarallergie haben?

Ganz ehrlich? - Nein, allein schon deshalb, weil Katzenkinder, wie ausgeführt, nicht in Frage kommen und wir noch nie eine erwachsene Katze abgegeben haben. Sollte das doch mal nötig sein, wäre über einen Versuch zu reden und natürlich auch, wenn Sie belegbar eine Hyposensibilisierungstheraphie gemacht haben.

Vorausgesetzt, Streicheltest und ärztlicher Allergietest haben keine schweren Reaktionen gezeigt, können wir darüber reden. Voraussetzung ist, dass ich im persönlichen Gespräch den Eindruck gewinne, dass Sie bereit und in der Lage sind, oben beschriebene Rahmenbedingungen zu schaffen und einzuhalten. Es "einfach mal draufankommen lassen" ist der falsche Weg.

Außerdem müssen Sie sich bewußt sein, dass das finanzielle Risiko bei Ihnen liegt, auch wenn wir vereinbaren, dass ich die Katze gegebenenfalls wieder in meine Obhut nehme.

SIE haben sich für den Kauf einer Katze entschieden. Ich bin nicht dafür verantwortlich, wenn Sie die Katze nicht behalten können und ihr Geld in den Sand gesetzt haben. Das heißt im Klartext: Ich nehme so einen Pechvogel gerne wieder in meine Obhut und bemühe mich um erneute Vermittlung in ein dauerhaftes Zuhause. Sie bekommen genau die Summe, die die ein geeigneter neuer Besitzer zu zahlen bereit ist, abzüglich meiner Unkosten solange Sie Ihr Tier bei mir untergebracht haben.

Wenn es schlecht läuft, finde ich niemanden geeigneten, der ein älteres Tier haben möchte. Ich habe dann ein Leben lang für ein Tier zu sorgen (einschließlich aller Kosten von vielleicht 20 Jahren Katzenleben), das ich eigentlich nicht behalten wollte. Das wäre dann eigentlich Strafe genug für den Leichtsinn, an einen Allergiker verkauft zu haben.

Ganz nebenbei ist "Katzenhaarallergie" ja gerne auch lediglich vorgeschoben.

Auf der anderen Seite gehen manche Allergiker dazu über, von ihrer Allergie nichts zu sagen und wenn es dann losgeht "ganz überrascht den Züchter bitten zu müssen, das Katzenkind zurückzunehmen. Für Fehlentscheidungen anderer kann ich nicht geradestehen. Daher enthalten meine Verträge in Zukunft grundsätzlich so eine Inobhutnahmevereinbahrung, die übrigens auch für sonstige absolute Notfälle gilt, z.B. wenn der Besitzer ganz plötzlich ins Krankenhaus muss.